BVB: Welche Profis müssen den BVB im Sommer verlassen?

BVB-Boss Hans Joachim Watzke hat bereits vor geraumer Zeit angekündigt, dass es am Ende der Saison zu personellen Veränderungen in Dortmund kommen wird und zu einer „Kader-Justierung“. Wie stark diese ausfallen wird ist derzeit noch offen. Fakt ist jedoch, dass am Ende bis zu neun Profis den Verein verlassen könnten.

Spätestens seit dem 0:6-Debakel gegen den großen Konkurrenten FC Bayern ist klar: bei Borussia Dortmund reicht im nächsten Transferfenster im Sommer keine Feinjustierung im Kader, keine sachte Anpassung. Es muss ein genereller Umbruch her. Denn der aktuelle Kader reicht offensichtlich keinen Champions League Träumen, nicht einmal Europa League Ansprüchen, wie die Spiele gegen Red Bull Salzburg zeigten.

Angefangen im Tor wird alles hinterfragt werden müssen. Was auf der Position zwischen den Pfosten sicher ist: Ersatzkeeper und Urgestein Roman Weidenfeller wird seine Karriere beenden. Was tun also? Der Nummer 1 Roman Bürki das volle Vertrauen aussprechen und einen klaren Ersatzmann verpflichten? Oder den Konkurrenzkampf anschüren, indem man einen ernsthaften Herausforderer wie zum Beispiel Lukas Hradecky von Eintracht Frankfurt unter Vertrag nehmen?

Ähnlich verzwickt ist die Lage in der Verteidigung. Die viel gescholtene Dortmunder Defensive schreit nach Verstärkungen, leidet aber auch unter der fehlenden Balance in der gesamten Mannschaft. Lukasz Piszczek hat seinen Vertrag kürzlich erst verlängert, auf ihn wird weiterhin gebaut werden. Auch Sokratis soll als zentraler Pfeiler der Defensive seinen 2019 auslaufenden Vertrag verlängern. Doch der Rest der Verteidigung wackelt. Als zweiter Innenverteidiger konnte sich bislang weder Ömer Toprak nachhaltig in Schwarz-Gelb empfehlen, noch der extrem teure Winterneuzugang Manuel Akanji. Vom Hof gejagt wird der junge Schweizer nicht werden, aber einen stärkeren Kontrahenten als Toprak könnte er vor die Nase gesetzt bekommen. Links hinten wird Dortmund auf die dauerhafte Genesung des vielversprechenden Portugiesen Raphael Guerreiro hoffen. Kapitän Marcel Schmelzer spielt solide, mehr nicht.

Umbruch beim BVB hinten wie vorne nötig

Die wahre Problemzone Borussia Dortmunds liegt im zentralen Mittelfeld. Es fehlt ein Leader, ein Zerstörer des gegnerischen Momentums, einer wie Stefan Effenberg beim FC Bayern früher. Julian Weigl, Gonzalo Castro, Shinji Kagawa oder Mario Götze sind allesamt gute Fußballer. Einer der im richtigen Moment dazwischenhaut, ein Zeichen setzt und die Mitspieler aufweckt ist keiner von ihnen. Alle von ihnen müssen, wenn schon nicht um ihre Anstellung in Dortmund, dann zumindest um ihre Einsatzzeit bangen. In diesem Bereich gilt Veränderungsbedarf.

In der Offensive betrifft dies ebenfalls verschiedene Spieler. Michy Batshuayi wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu Chelsea zurückkehren. Treffsicher zeigte er sich, doch spielerisch und taktisch sind die Dortmunder Verantwortlichen nicht von ihm überzeugt. Außerdem würde er teuer werden. Auch Andre Schürrle enttäuscht die schwarz-gelben Verantwortlichen. Findet sich ein Abnehmer, würde ihm der BVB sicherlich keine Steine in den Weg legen. Ebenfalls ein schwaches Standing hat der blutjunge Schwede Alexander Isak. Ihm könnte eine Ausleihe gut tun.

Foto: Ronoll / Flickr (CC BY 2.0)