Kehrtwende bei Jerome Boateng: Bleibt er doch beim FC Bayern?

Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als würde Jerome Boateng den FC Bayern diesen Sommer vorzeitig verlassen. Sowohl die Verantwortlichen in München, als auch Boateng selbst sprachen sich öffentlich für einen Transfer aus. Knapp zwei Wochen nach dem Trainingsauftakt sieht die Welt in München plötzlich wieder vollkommen anders aus, der 30-jährige Innenverteidiger scheint durchaus noch eine Option zu sein für Niko Kovac.

Mit Lucas Hernandez und Benjamin Pavard hat der FC Bayern sich diesen Sommer prominent verstärkt in der Defensive. Die beiden Weltmeister sollen mittel- bis langfristig den Ton angeben in der bayerischen Abwehr. Die Zeit der“Alt-Stars“ wie Jerome Boateng und Mats Hummels schien abgelaufen zu sein, während sich Hummels wieder in Richtung BVB verabschiedet hat, kämpft Boateng derzeit um seine „Daseinsberechtigung“ beim deutschen Rekordmeister. Wie hart es für Boateng in München zur Zeit ist belegt allein die Tatsache, dass man Sportwetten auf einen möglichen Abgang des Innenverteidigers platzieren kann. Sportwetten sind gang und gäbe beim Fussball, vor allem Wetten mit Comeon ist sehr attraktiv, dennoch ist es eher unüblich, dass man auf einen Spielertransfer wetten kann.

Karl-Heinz Rummenigge: Es ist noch nichts final entschieden

Ende Mai richtete FCB-Präsident Uli Hoeneß noch klare Worte in Richtung Jerome Boateng und empfahl diesem sogar öffentlich auf die Suche nach einem neuen Verein zu machen. Boateng hat zwar noch einen laufenden Vertrag bis 2021 in München, ist aber nicht mehr wirklich erwünscht. Seine sportlichen Leistungen sind in den vergangenen Jahren stark abgefallen, seine relativ hohe Verletzungsanfälligkeit und die vielen „Nebentätigkeiten“ fernab vom Fussballpatz sind Hoeneß & Co. ein Dorn im Auge.

Vergangenen Sommer stand Boateng kurz vor einem Wechsel nach Paris, damals soll Niko Kovac aber sein Veto eingelegt haben. Knapp ein Jahr später hält sich das Interesse, Medienberichten zufolge, sehr stark in Grenzen für Boateng. Zu teuer, zu alt, zu langsam. Gegen diese Attribute kämpft Boateng derzeit an und dies scheinbar mit Erfolg. Kovac äußerte sich im Rahmen der FCB US-Tour wie folgt zu den Leistungen des Abwehrspielers: „Das war so, wie wir ihn alle kennen. Sportlich gesehen bin ich mit ihm sehr zufrieden. Großes Kompliment.“

Auch Boateng selbst betonte im kicker, dass er noch längst nicht im Herbst seiner Karriere ist und kommende Saison nochmals voll angreifen möchte: „Ich möchte keinesfalls meine Karriere ausklingen lassen, im Gegenteil. Gerade nachdem ich in dieser Saison so oft gebremst wurde, will ich zeigen: Ich bin noch voll da. Ich brenne immer noch. Ich bin heiß.“ Ein Weggang aus München ist eigenen Aussagen zu Folge zudem nicht in Stein gemeiselt: „Ich werde hier bestimmt nicht wegrennen. Situationen verändern sich schnell.“

Während Hoeneß sich in Sachen Boateng klar positioniert hat, zeigt sich Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge noch ein weniger bedeckter. Demnach sei „noch keine finale Entscheidung“ gefallen. Die Bayern beobachten die Aktivitäten auf dem Transfermarkt sehr genau und werden zu gegebener Zeit eine Entscheidung fällen. Zudem hängt auch sehr viel von Boateng selbst ab. Einen Transfer gegen dessen Willen kann und wird es laut Rummenigge nicht geben.

Es wird spannend zu sehen wie sich die Geschichte rund um Boateng weiter entwickelt. Fakt ist, die Bayern sind in der Defensive und vor allem in der Mitte gut aufgestellt. Boateng würde kommende Saison wohl erneut „nur“ eine Bankrolle übrig bleiben. Sollten die Neueinkäufe jedoch nicht überzeugen, wird der erfahrene Abwehrspieler sicherlich eine faire Chance von Kovac erhalten.