Kühne macht vorerst Schluss mit Finanzspritzen für den HSV

Der Unternehmer Klaus-Michael Kühne "macht jetzt erst mal Schluss" mit seinem Engagement für den Hamburger SV. "Der Verein hat wahnsinnig schwierige Zeiten hinter sich. Es gab etliche Wechsel. Auch Spielereinkäufe entpuppten sich als Flops. Ist doch klar, dass man da mal unruhig wird, wenn man so viel Geld investiert wie ich", sagte Kühne dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe).

Foto: HSV-Fans, über dts Nachrichtenagentur

Er habe mittlerweile "ungefähr 60 Millionen Euro" bewilligt, "wovon rund die Hälfte aber eine echte Beteiligung an der HSV Fußball AG" sei. "Unverhältnismäßig viel Geld, aber in der Branche werden ja mittlerweile noch ganz andere Beträge gezahlt. Die Ablösesummen etwa, der Transfermarkt – das finde ich beängstigend", sagte der Unternehmer, dem wegen seiner offenen Worte oftmals Kritik in Hamburg entgegenschlägt. "Ich habe da auch ein dickes Fell entwickelt – und hätte vielleicht auch das eine oder andere Mal den Mund halten sollen. Aber ich bin ein sehr offener Mensch, der seine ehrliche Meinung sagt." Noch ein anderes Hamburger Investment macht Kühne derzeit Sorgen: der Neubau seines Luxushotels "The Fontenay" an der Außenalster: "Die technisch sehr aufwendigen Strukturen des runden Baus haben wir völlig unterschätzt. Alles ist sehr komplex", wetterte Kühne. "Dann ging einer der Baubeteiligten in die Insolvenz. Zuletzt stand auch noch der Keller unter Wasser. Mit Beratern hatten wir ebenfalls Pech. Aber zum Jahreswechsel können wir hoffentlich doch starten – eineinhalb Jahre später als geplant zwar, aber das ist eben meine kleine Elbphilharmonie." Karl Gernandt, Chef von Kühnes Holding, flankierte: "In der Hotellerie auf das eingesetzte Kapital Geld verdienen zu wollen ist ohnehin sehr anspruchsvoll. In diesem Fall wird die Rendite wohl eher in gestalterischer Schönheit und Top-Qualität zurückgezahlt." Kühne dazu: "Seien wir ehrlich – am Ende sind das Liebhaberprojekte. Ein Hotel glitzert mehr als eine Spedition und macht Spaß. Das leisten wir uns." (dts Nachrichtenagentur)

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