Medienexperte Groebel: Fußball hat Grenzen der Vermarktung erreicht

Der Medienwissenschaftler Jo Groebel sieht den Fußball an einem Scheideweg: "Die Grenzen der Vermarktung sind erreicht", sagte Groebel der "Heilbronner Stimme" (Mittwochsausgabe). "Die Spirale der Vermarktung dreht sich immer schneller und weiter. Darüber geht die Seele des Fußballs verloren."

Foto: Franz-Josef "Jo" Groebel, über dts Nachrichtenagentur

Als Beispiele nannte Groebel die gigantischen Ablösesummen wie im Fall Neymar und des nun Ex-Dortmunders Ousmane Dembélé, aber auch die Einführung des Videobeweises sowie die immer höheren Kosten für Zuschauer durch die Aufsplitterung der TV-Senderechte. Viele Fans, die schon Jahrzehnte dem Fußball treu seien, hätten längst keine Illusionen mehr. Sie hätten sich damit abgefunden, dass es beim Fußball um eine Ware gehe. Aber, so der Medienpsychologe: "Es rückt der Zeitpunkt näher, dass selbst die treuesten Fans sagen: Von dieser Vermarktungsmaschinerie haben wir die Nase gestrichen voll." Auf dem Transfermarkt würden inzwischen "absurde Preise" gezahlt, die nicht nur den Fans kaum noch vermittelbar seien. "Das ist doch gar nicht mehr refinanzierbar. Weder durch Sponsoren noch durch immer höhere TV-Gelder. Der Markt ist völlig ausgereizt, und dass sich die heute getätigten Investitionen jemals rechnen, halte ich für völlig illusorisch", sagte Groebel. Er fügte hinzu: "Es geht offenbar nur ums Angeben. Ähnlich wie bei Multimilliardären, die nur darauf achten, ob ihre Yacht auch die längste auf den Weltmeeren ist." (dts Nachrichtenagentur)

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