Nach dem Test: So stehen die deutschen WM-Chancen

Zuerst Spanien, dann Brasilien – die beiden Testspiele der deutschen Nationalmannschaft Ende März sollten Aufschluss über die WM-Form der Elf von Trainer Joachim Löw geben. Neben vieler Erkenntnisse gibt es aber immer noch viele offene Fragen. Wir wagen eine Standortbestimmung. 

Viele Fans hatten insgeheim auf eine Wiederholung des legendären 7:1 Erfolgs der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2014 gehofft. Doch als am 27. März im Berliner Olympiastadion die Partie zwischen Deutschland und Brasilien abgepfiffen wurde, gab es statt eines rauschenden Fußball-Fests nur Ernüchterung: 0:1 hatte die Elf von Joachim Löw gegen die Seleção verloren, über 90 Minuten hinweg kam man nur zu einer größeren Torchance. Auch wenn Löw nach vielen Umstellungen im Kader auf den Testcharakter des Spiels verwies – für die deutschen Ansprüche war das zu wenig. Bereits vier Tage zuvor hatte man beim 1:1 gegen Spanien nur teilweise überzeugt.

Rund acht Wochen bleiben der deutschen Mannschaft nun noch, um sich für die Mitte Juni beginnende Weltmeisterschaft 2018 in Russland in Form zu bringen. Denn das dortige Ziel ist klar gesteckt: Nach dem WM-Triumph von Brasilien 2014 will man zum zweiten Mal hintereinander Fußball-Weltmeister werden – und damit den Fluch der Titelverteidigung besiegen. Seit der WM 1962 in Chile (damals gewann Brasilien mit dem jungen Pelé) schaffte es kein amtierender Weltmeister, seinen WM-Titel zu wiederholen. In der gesamten Geschichte der Fußball-WM gelang dieses Kunststück neben Brasilien überhaupt nur einer weiteren Mannschaft: Italien 1934 und 1938.

WM-Wetten: Deutschland immer noch Topfavorit

Dass Deutschland trotz der eher mittelmäßigen Leistungen bei den Testspielen gegen Spanien und Brasilien Ende März von der Fachwelt immer noch als Topfavorit gesehen wird, zeigt sich bei einem Blick auf das Angebot der verschiedenen Wettanbieter. Die aktuellen Wettquoten sind üblicherweise immer ein guter Richtwert für den derzeitigen Leistungsstand eines Teams, etwa der Nationalmannschaft. Bei den meisten Wettanbietern hat Deutschland die besten WM-Quoten – knapp vor Brasilien. Frankreich liegt bei den WM-Wetten auf Platz drei, Spanien sehen die Sportwettenanbieter auf Rang vier.

Im erweiterten Favoritenkreis nennen die Buchmacher vor allem Teams wie Argentinien, Belgien, England und Portugal. Argentinien ist immerhin amtierender Vize-Weltmeister, Portugal hat sich bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren in Frankreich den Titel gesichert und mit Cristiano Ronaldo den wohl weltweit derzeit besten Fußballer in seinen Reihen. Belgien und England verfügen über gute Teams mit viel Talent und Potenzial, die an einem perfekten Tag die ganz großen Mannschaften durchaus ärgern können.

WM Kader 2018 – wer ist dabei, wer nicht?

Für die deutsche Nationalmannschaft um Trainer Joachim Löw wird es vor allem darauf ankommen, die richtige Mischung im Kader zu finden. Bei den Testspielen gegen Spanien und Brasilien war es nämlich genau jene Abstimmung, die fehlte. Besonders im Mittelfeld fehlte oftmals der Zugriff, beim Passspiel gab es zu viele Unsicherheiten. Am 15. Mai wird Löw das vorläufige Aufgebot für die Fußball-WM 2018 in Russland benennen.

Nach den letzten Auftritten der deutschen Elf gegen Spanien und Brasilien dürften unserer Einschätzung nach 15 Spieler ihren Platz im Aufgebot für die Weltmeisterschaft sicher haben: Marc-André ter Stegen im Tor, sowie Jérôme Boateng, Mats Hummels, Jonas Hector und Joshua Kimmich in der Abwehr. Im Mittelfeld scheinen Julian Draxler, Leon Goretzka, Emre Can, Sami Khedira, Mesut Özil, Toni Kroos und Ilkay Gündogan gesetzt. Hinzu kommen Thomas Müller, Leroy Sané und Timo Werner in der Offensive. Ein Einsatz des langjährigen Tor-Garanten Mario Gomez, der gegen Brasilien eine Chance erhielt, scheint nach der durchwachsenen Testleistung und seinen schwachen Auftritten in der Bundesliga dagegen fraglich.

Die deutsche WM-Gruppe: Pflichtaufgabe

Eine große Unbekannte im deutschen WM-Kader ist derzeit Manuel Neuer. Der vierfache Welttorhüter des Jahres laboriert seit Monaten an den Folgen einer schweren Fußverletzung. Nachdem Neuer schon die gesamte Saison beim FC Bayern durch Sven Ulreich vertreten wird, fehlt ihm die Spielpraxis. Zwar begann Neuer in den letzten Wochen wieder mit leichtem Lauftraining – ob er bis zur WM 2018 in Form kommen kann, ist allerdings fraglich.

Wie auch immer sich Joachim Löw entscheidet: Wenn am 14. Juni die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 mit dem Eröffnungsspiel zwischen Russland und Saudi-Arabien angepfiffen wird, will man in Topform antreten. Deutschland trifft in der Gruppe F auf Mexiko, Schweden und Südkorea. Auch wenn vor allem Schweden in der WM-Qualifikation unter anderem die Niederlande, Italien (beide im Laufe der WM Quali ausgeschieden) und Frankreich schlagen konnte – drei Siege und der Gruppensieg sind hier Pflicht. Mit einem guten Start in die WM würde die deutsche Nationalelf auch die mäßigen Testergebnisse gegen Spanien und Brasilien Ende März wieder wettmachen – und ihre Chancen, den WM-Titel 2014 zu verteidigen, deutlich erhöhen.

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Foto: Michael Kranewitter / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)